Flysurfer stellt das Flyrace vor

Über zwei Jahre hat es gedauert, bis es Flysurfer gelungen ist, das wohl bemerkenswerteste Raceboard auf dem Markt zu entwickeln: Das Flyrace. Wir haben die Entwicklung des ersten Race-Bidirectional beobachtet und möchten dir das Konzept etwas näher vorstellen. Erhältlich ist es übrigens in unserem Onlineshop.

Das Flyrace

Die Entwicklung aus Sicht eines Beobachters

Es gab vieles, was in den letzten Jahren als neuer Trend beim Kiten verkauft wurde: Boots, Wakeskates und Skimboards, um nur drei zu nennen. Meist bleibt so etwas einer kleinen Gruppe von Spezialisten hängen. Ähnlich ist es beim Raceboard, so wie es mir scheint. Race wird stark vermarktet und jeder Hersteller hat nun ein windsurfboardähnliches Konstrukt mit Megafinnen, frei nach dem Motto „meine sind länger“. Tatsächlich sind diese Boards bei Leichtwind und beim Höhelaufen der absolute Killer. Trotzdem bekomme ich nur selten ein solches Board zu Gesicht. Es mag daran liegen, dass nur wenige an Kursrennen teilnehmen und die meisten anderen die Halse scheuen. Wenn dem so ist, könnte das Flyrace einige Kiter mehr in seinen Bann ziehen.

Race

Eins vorweg: Was ist Race und was kann man von Raceboards erwarten? Races sind Kiteregatten, die meist als Rundkurs gefahren werden. Die meiste Zeit nimmt dabei logischerweise das Kreuzen zur Boje in Luv ein. Somit sind Raceboards in erster Linie absolute Amwindkurs-Maschinen. Downwind fahren oder speeden, das ist Nebensache, was man den Boards auch anmerkt. Also Höhelaufen -und weil es so eng damit zusammenhängt- Leichtwind, das können Raceboards überragend. Der Rest ist so lala … Bis suboptimal. Übrigens: Waveboards sind keine Raceboards. Sogar eine Flydoor L macht das gros der Waveboards um Längen platt.

Entwicklung im Racesport

Beobachtet man, was sich in den letzten Jahren unter den Racern getan hat, kam einem das etwas wie Wettrüsten mit Finnen vor. Ein schmales und tief ins Wasser ragendes Schwert, das muss wohl das optimale Mittel für Amwindleistung sein. Und mit etwas Nachdenken macht dies auch Sinn, zumindest für den Amwindkurs. Für Geschwindigkeit aber störend.

Die Entwicklung des Flyrace

Dass Flysurfer gerne mal gegen den Strom schwimmt, das sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Ob es nun daran liegt, dass Armin nicht der Directional-Fan ist oder ob man gleich an die Kunden dachte, sei dahingestellt. Schon immer waren Armin und Eddy bei Races mit Bidis unterwegs und das oft mit überraschend guten Ergebnissen. Ich durfte auch selbst schon ein paar für meinen Begriff unfahrbare Protos testen, mit den Eddy dann überraschend gute Ergebnisse holte. Beim Worldcup 2009 konnte ich beobachten wie Flyboards Shaper Eddy Lansink am Abend vor dem Wettkampf noch eine lange Steckschwert-Konstruktion in eines seiner Boards einlaminierte und das Schwert zurechtschliff. Für diese „ausgiebige Entwicklungsphase“ erreichte er aber gleich zu Beginn einen überraschenden fünften Platz. Und das in einem Feld der weltbesten Racefahrer. Die Bestätigung für das System. Doch dass von da an noch eine Menge Entwicklungsarbeit notwendig war, zeigt sich in einem: Es dauerte noch über eineinhalb Jahre, bis das Board tatsächlich serienreif war.

Ein erster persönlicher Kontakt

Als ich dann selbst im Spätsommer 2009 in den Genuss kam, einen Flyrace Proto zu fahren, war dies eine lustige Erfahrung. Ich hatte genug Druck im Kite für ein normales Board. Für ein voll ausgefahrenes Steckschwert definitiv zu viel. Das Board luvte ständig viel zu stark an und fuhr sich einfach nur komisch. Aber immerhin in einem unglaublichen Winkel gegen den Wind. Das Handling galt es also zu verbessern.

Das Konzept

Warum das Schwert Sinn macht, ist klar. Doch Leistung ist nichts ohne Kontrolle. Das Problem: Der Druckpunkt des Boards wandert zu weit nach vorne. Bei normaler Fahrt mit normalem Board ist er deutlich näher beim hinteren Fuß. So erklärt sich, warum das Flyrace nun drei Finnen an Heck und Bug hat und deutlich mehr Rocker als der Proto, der sich noch nicht ganz so gut fuhr. Da das Schwert als solches ja Leistung ohne Ende bietet, sind die paar Zentimeter mehr an Rocker eine sinnvolle Entscheidung. Damit das Schwert optimal arbeiten kann, sollte es aber möglichst gerade ins Wasser ragen. Dazu könnte man das Schwert schräg ins Board setzen. Insgesamt erzielte man laut Aussagen der Entwickler aber die besten Ergebnisse, wenn man das Schwert eher gerade einsetzt und das Board etwas planer stellt. So kommt es auch zu den im wahrsten Sinne des Worten schrägen Pads, die vorne einige Zentimeter nach oben ragen. Da nicht bei jedem Kurs und jedem Wind ein so langes Schwert notwendig, sogar teilweise extrem störend ist, wurde es ermöglicht, es schnell und einfach in jeder Position zu fixieren.

Auf dem Wasser

Wichtig für die Benutzung ist, das Schwert sinnvoll einsetzen zu lernen. Gerade beim Race. Das Schwert ganz unten, das lässt sich nur bei Leichtwind und beim Höhelaufen beherrschen. Man findet jedoch schnell einen komfortablen Zwischenweg, je nach Ambitionen. Im Wettkampf hatte ich einen recht klaren Eindruck vom Board. Wenn ich resümiere, waren speziell die Ergebnisse des Boards bei Leichtwind besonders gut. Bei vielen Bedingungen konnte das Board mithalten, bei Leichtwind stach es heraus und wenn der Wind schon fast zu leicht für Races war, konnte man es als dominierend bezeichnen. Ich würde an dieser Stelle zu gerne ausführliche Ergebnisse von eigenen Tests vorstellen. Leider waren jedoch dieses Jahr unsere Spots in letzter Zeit zugefroren. Ich werde diese Ergebnisse nachreichen. Viele wird nun interessieren, ob das Board ein geeigneter Ersatz für die Flydoor sein kann. Ich denke ja, insbesondere für fortgeschrittene Fahrer. Bei blutigen Anfängern ist die Bedienung des Schwerts eine Komponente zu viel. Lässt man das Schwert nur wenig ins Wasser ragen, ist das Ergebnis von der Flydoor nicht soooo weit entfernt. Schließlich ist auch die Flydoor keine Freestylemaschine. Mit dem Flyrace wäre ich schon allein wegen des Damoklesschwerts zwischen den Beinen etwas vorsichtig. Gegen normale Sprünge habe ich aber nichts einzuwenden. Aber letztendlich geht es ja darum, einen Leichtwindkiller zu fahren und das ist das Flyrace definitiv. Und genau das ist die große Chance des Boards. Die Leistung ist der Mehrwert, der sicher den ein oder anderen trotz des gesalzenen Preises überzeugen wird.

Fortsetzung folgt! …

Bilder

Flyrace, Schlaufen und PadsFlyrace

Technische Daten Flyrace

(Bezieht sich auf einen späten Proto!)
Gewicht Board only: 4,4 kg
Schwert 810g
Rocker: 5,6cm
173x48
Finnen: 6
Preis 999.-

Vergleich Flydoor XL
Gewicht Board only: 4,1 kg
Rocker: 2,6 cm
170x50
Finnen: 2
Preis: 679.-